Erfurt

von Barbarossa
60 Tage nach dem Massenmord am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt stellt das Innenministerium den Abschlußbericht vor.

Was wurde ermittelt:

  • Der Amoklauf dauerte zwischen 9 ½ und 10 ½ Minuten!
  • Mehrmals(!) lief der „Killer“ durch die drei Stockwerke des Gymnasiums.
  • Er fragte ausdrücklich nach der Direktorin Christine Alt.
  • Er drückte 71-mal(!) ab.
  • Es gab 16 Tote.
  • Robert Steinhäuser tötet sich am Ende selbst!?
  • Es gibt an der Tatwaffe keine(!) Fingerabdrücke.

Kann das so gewesen sein? Wo ist der angebliche 2. Täter geblieben? Sieht das nicht doch eher nach einem Profi aus? Paßt der Termin nicht viel zu gut zu dem Termin über die Abstimmung für ein neues Waffenrecht?

War Robert es ganz alleine?

Was ist, wenn Robert nur ein passender Sündenbock war, der natürlich das Massaker keinesfalls überleben durfte. Ihm konnte man ein passendes Motiv andichten - Waffen und die nötigen Schießfertigkeiten besaß er auch. Nun mußte man nur noch ein paar falsche Spuren in der Wohnung und am Tatort hinterlegen und die Sache konnte steigen. Am Tatort fand man eine Tasche (Rucksack?) mit 500 Schuß Munition. Das allerdings ist sehr schwer und nicht ohne weiteres zu schleppen. 500 Schuß hätten nur Sinn gemacht, wenn Robert auch auf alle Schüler hätte schießen wollen, die er zu Gesicht bekommen hätte. Sonst macht eine solche Menge Munition nicht den geringsten Sinn. Allerdings ist dieser Fund durchaus als falsche Fährte zu interpretieren.

In der Wohnung des „Sündenbocks“ gab es - für Eltern und Bruder völlig überraschend(!) - solche Beweismittel, aber womöglich erst kurz vor 13 Uhr am Tag der Tat. Vorher war ihnen nicht bewußt, daß Robert Waffen oder Munition zu Hause gehabt haben soll.

Der Bruder Roberts, der 25-jährige Peter fand am 26.04.02 gegen 13 Uhr etwas, was im „Spiegel vom 06.05.02, S. 120 so zu lesen war: „Peter ging in Roberts Zimmer. Er stieß mit seinem Fuß an schwere Reisetasche (man mußte also über dieses „Beweismittel“ stolpern!), und da, sagt Peter Steinhäuser, 25, „habe ich schon gewußt, daß das nichts Gutes wird, was ich jetzt mache“. (eine ungewöhnliche Aussage; wieso war das nichts Gutes? Das klingt eigenartig) In der Tasche lagen Hunderte Schuß Munition. (…) Auf Roberts Schreibtisch lagen die Quittungen für den Waffenkauf, und alles war aufgeräumt, zum ersten Mal, (…) er sollte die Quittungen finden, glaubt Peter (Ja, das genau würde ein Geheimdienst erreichen wollen!).

Am Vormittag des Tattages waren die Eltern und Robert fort. Die Eltern kauften zusammen für das Wochenende ein, waren also unterwegs. Und Robert?

Hierzu schreibt der Spiegel (06.05.02, S. 118f): „…es war 9.45 Uhr am 26. April 2002, und den noch anwesenden Eltern fiel auf, daß ihr Sohn nichts dabei hatte, keinen Rucksack, keine Tasche. Nach zehn Minuten war Robert an diesem Freitag wieder da. ‚Ich habe meine Stifte vergessen’, sagte er, marschierte in sein Zimmer und verschwand aufs Neue“. Der Spiegel schreibt also nicht, daß Robert beim zweiten Verlassen eine Tasche oder einen Rucksack bei sich getragen hätte! Wenn er sofort wieder verschwand, so muß dies also ziemlich genau um 10.00 Uhr oder noch davor gewesen sein! Könnte jemand, nachdem auch die Eltern die Wohnung verlassen hatten, das „Beweismaterial“ deponiert haben?

Was berichtet die Oma? Laut Spiegel (06.05.02, S. 120): „Die Großmutter, die eine Etage tiefer wohnt, ging ans Telefon und erzählte, sie habe um halb elf Uhr gesehen, wie Robert das Haus verlassen habe, mit einem Rucksack (sie hat aber nicht mit ihm gesprochen, d.h. sie könnte ihn mit jemandem verwechselt haben!) und mit einer Zigarette in der Hand“. Robert ist aber Nichtraucher.

Was dem Spiegel der Beweis für das Ungeheuerliche ist, was Robert hier vorgehabt habe, ist bei nüchterner Betrachtung vielleicht eher ein Beleg dafür, daß die gesehene Person nicht Robert war!

Es ist immer schwierig, eine Leiche so zu hinterlassen, daß man so halbwegs den Eindruck eines Suizids erwecken kann. Gerichtsmedizinische Untersuchungen können hier oft Mord statt Selbstmord erkennen lassen. In diesem Erfurter Fall möchte ich mit den abenteuerlichen Schilderungen der Nachrichtenmagazine Spiegel und Focus, jeweils Ausgabe vom 06.05.02, beginnen. Der Spiegel (S. 132) beruft sich auf die 54-jährige Notärztin Gabi Wirsing (oder er erweckt zumindest diesen Eindruck): „Und dann war da Robert Steinhäuser. Im Vorbereitungsraum Kunst, einem Zimmerchen, dasmit Regalen vollgestopft ist, lag er auf dem Fußboden, halb auf der Seite, neben seiner Pumpgun, die er auf den Boden gelegt hatte. Er muß sich die Pistole in den Mund gesteckt haben, bevor er abdrückte. Sein Kiefer war zertrümmert. Dann muß ihm die Waffe aus der Hand gefallen sein, sie lag zwischen seinen Beinen“.

Focus (S. 95) – erklärt hingegen: „In Zimmer 111 (nun, Lehrer Heise hatte aber eindeutig von Raum 110 gesprochen, ebenso Spiegel Online) liegt der Leichnam jenes 19-Jährigen, dem der Hausmeister am Vormittag im Erdgeschoß begegnet war. Robert Steinhäuser hat sich die Neun-Millimeter-‚Glock‘-Pistole auf die rechte Schläfe gesetzt. Das Geschoß ließ die Kopfhaut am Einschußloch sternförmig aufplatzen und bohrte sich durch den Schädel. Aus dem Kopf rinnt ein roter, glänzender Strom von Blut. Roberts Pumpgun liegt eng an seinem Körper“.

Es gibt für diese absurd anmutenden Widersprüche folgende Möglichkeiten:

  • a) Die Polizei weiß entweder nicht, wie sie den offensichtlich ermordet aufgefundenen Robert als Selbstmord hinstellen lassen soll, oder
  • b) es wurden zwei verschiedene Leichen gefunden (evtl. die am 26.04.02 zunächst gemeldete 18. Leiche), oder
  • c) mindestens ein evtl. zitierter Zeuge hat extremste Wahrnehmungsstörungen, oder
  • d) mindestens ein Nachrichtenmagazin hat sich einiges ausgedacht, wie man es sich in Anbetracht des Ernstes dieses Vorfalles eigentlich nicht vorzustellen vermag.

Der oder die Täter waren maskiert. Niemand hat anscheinend gesehen, wer wirklich geschossen hat. Übrigens hat nicht einmal Lehrer Heise behauptet, gesehen zu haben, daß Robert geschossen hätte.

Bisher völlig unbeachtet blieb, daß auch niemand die Täter sprechen hörte, natürlich mit einer Ausnahme. Nur Lehrer Heise hat behauptet, er habe auf dem oder am Rande des Schulhofes gehört, wie der/ein Täter drohend gerufen habe, „Euch erwische ich auch noch“. Aber keine Schüleraussage ist den Medienberichten zu entnehmen, die diese Behauptung Heises bestätigen würde. Ein absolutes Schweigegebot für einen Profikiller während der Tat wäre insbesondere dann geboten gewesen, wenn dieser aus dem Ausland gekommen sein sollte, um nicht enttarnt zu werden.

In der Süddeutschen Zeitung stand am 02.05.02 auf S.3 sinngemäß: Die Schulleiterin habe - weil sie wichtige Dinge mit Termindruck zu erledigen hatte – die (Durchgangs-)Türe zum Sekretariat geschlossen (es stand aber nicht „abgesperrt“). Dann habe sie mehrere Knallgeräusche gehört, sei ins Sekretariat gegangen, habe die zwei Leichen gesehen, die Tür zum Flur verschlossen, die Polizei bzw. den Notarzt angerufen, und dann eingehende Anrufe beantwortet. Wenn dies stimmt, ist dies ungewöhnlich tapfer und fast so „heldenhaft“ wie das Verhalten Heises.

Aber: Sie schilderte keinerlei Eindringversuche des Täters in Ihr Zimmer. Auch schoß er nicht durch die Türe, was doch im ersten Stock geschah, wodurch zwei Kinder starben. Dies deutet auf einen Täter ohne spezifische Ortskenntnisse hin, nicht auf Robert, der doch laut einhelliger Medienmeinung hinter der Schulleiterin hergewesen sein soll. Robert hat sich laut Focus nach der Anwesenheit der Leiterin erkundigt. Warum soll er sie dann geschont haben?

Der Focus (06.05.02, S. 24) schreibt: „Sie (die Schulleiterin) selbst hatte sich, nach eigener Aussage, vor dem Amoklauf in Ihrem Büro eingeschlossen (soll das heißen mit einem Schlüssel abgesperrt?), um ruhig arbeiten zu können. (…) Hier entsteht eine gewisse Unschärfe (ach?!). Hausmeister Uwe Pfotenhauer betritt um 11.05 Uhr das Sekretariat, fand Alts Bürotür abgeschlossen (da wird er sie dann doch wohl namentlich gerufen haben, oder würden Sie das nicht tun?) und alarmierte von dort (von wo? Sekretariat oder Direktoratszimmer?) aus als erster die Polizei“. Wo war Frau Alt?.

Ja, eine äußerst berechtigte Frage! Man hörte in den Medien bisher ausschließlich, daß der Hausmeister die Polizei verständigt habe. Wenn Schulleiterin Alt später auch die Polizei angerufen haben sollte, wie sie behauptete, so gäbe es dafür Beweise. Nämlich Aufzeichnungen der Polizeileitstelle mit Uhrzeitangaben. Darüber vernahm man bisher aber nichts. Hat Frau Alt die Wahrheit gesagt? Falls nein, was hätte sie zu verbergen?

Daß bei den polizeilichen bzw. medialen Behauptungen mit der Zahl abgefeuerter Patronen auch etwas nicht stimmen konnte, machen die veröffentlichten Zahlen deutlich. Tagelang war die Zahl 40 im Gespräch, plötzlich waren es 45. Doch dann schrieb - mehr als eine Woche nach der Tat - urplötzlich und wiederum der Focus (06.05.02, S. 24): „Was jetzt schon klar ist: Steinhäuser feuerte aus seiner Pistole mehr als 70 Kugeln ab (laut Abschlußbericht waren es 71). Bislang waren die Ermittler von 45 Schüssen ausgegangen“.

Der Hausmeister weiß weiteres Erstaunliche über Lehrer Heise zu berichten. Focus (06.05.02, S. 94): „Am Mittag des 26. April läuft Hausmeister Uwe Pfotenhauer zur Bäckerei Rüger gegenüber der Schule. Von dort sieht er Kinder am geöffneten WC-Fenster des Gymnasiums und schreit ihnen zu: ‚Geht in Deckung!‘ Geschichtslehrer Heise kommt vorbei und zieht Zigaretten aus einem Automaten. Er habe den Attentäter gestoppt“. Wie kann Lehrer Heise dermaßen „cool“ gewesen sein? Er hat doch nach eigener Aussage den Täter lediglich in einem Raum eingesperrt. Aber dieser angebliche Täter hat doch noch immer eine Pumpgun und eine Pistole bei sich getragen. Daß erstere womöglich Ladehemmung hatte, konnte Lehrer Heise nicht gewußt haben. Es wäre dem angeblichen Täter somit ein Leichtes gewesen, sich den Weg durch Schüsse auf das Türschloß freizuschießen. Für die „Coolness“ Heises bei gleichzeitiger allerhöchster Anspannung des Hausmeisters gibt es nur eine logische Erklärung. Er muß gewußt haben, daß Robert längst tot war!

Und die Obduktionsberichte ergaben ja auch, daß Robert S. zwischen 10.58 Uhr und 11.30 Uhr gestorben sein muß (laut Polizeichef Grube auf einer Pressekonferenz). Am Tag der Tat hatte Polizeichef Grube gesagt, der Täter habe sich erschossen, als sich ihm (SEK-) Polizisten näherten, wohl weil er die Ausweglosigkeit seiner Situation erkannt habe. Deren Einsatz begann jedoch erst zwischen 11.43 Uhr und 12.00 Uhr, gefunden haben will man Robert „gegen“ 13.00 Uhr. Während er sich also kurz davor erschossen haben soll, war er in Wirklichkeit schon seit mind. 1,5 Stunden tot.

Man versucht die Tat als Tat eines Einzeltäters erscheinen zu lassen (obwohl 34(!) Zeugen zunächst Hinweise auf einen zweiten Täter gemacht hatten).

Mehr Täter wären automatisch gleichbedeutend mit mehr Nachfragen, mehr Risiko aufzufliegen, usw. Die vertuschte wahre Patronenzahl diente ebenfalls der Aufrechterhaltung des Eindrucks eines Einzeltäters. Der Spiegel (06.05.02, S. 132) schreibt über mehrere in den Keller geflüchtete Sechstkläßler: „Und dort berichteten diese Kinder (der Bibliothekarin), da oben seien zwei Vermummte Männer, einer heller, einer dunkel gekleidet, beide hätten Pistolen in der Hand, und der eine habe auch noch was auf dem Rücken gehabt - wohl die Pumpgun. Drei der Sechst-kläßler setzten sich sofort an den Computer und hielten ihre Beobachtungen fest,...“ (wodurch eine spätere, verfälschte Gedächtnisleistung sicherlich ausgeschlossen ist!).

Inzwischen ist der Abschlußbericht des Innenministeriums fertig. Alles aufgeklärt! Sie haben es sicherlich gelesen. Danach ist „der“ Täter in ca. 10 Minuten in der Schule hin- und hergelaufen, hat sich über drei Stockwerke bewegt, hat nebenbei immer wieder seine Pistole nachgeladen, da er mit dieser Munition auch sehr groß-zügig umging, indem er schon mal 8 Schüsse auf eine Tür abgab. Auf die Idee, sich auf diese Weise aus dem Raum, indem er eingeschlossen wurde, zu befreien, kommt er hingegen nicht.

Er erschießt sich lieber selbst, ohne auf der Pistole Fingerabdrücke zu hinterlassen. Kann die Polizei einen Fall für aufgeklärt halten, wenn dieser Punkt nicht geklärt ist?

Warum hat Robert nicht auch auf den Lehrer Heise geschossen? Konnte er gar nicht töten? Warum wurde schließlich die Pumpgun verboten, obwohl mit ihr gar nicht geschossen wurde? Jedenfalls ist selbst bei einem allumfassenden Tötungsvorsatz davon auszugehen, daß der jugendliche „Täter“ nach 2-3 Tötungen von seiner Absicht abweicht, da sich aufgrund von Gewissen und Verantwortung psychische Ermüdungserscheinungen bezüglich des Tötens ganz schnell einstellen. Solche können erst nach langem Spezialtraining abgebaut werden.

Schlußbermerkung: Die Telefonnummer des Gutenberg Gymnasiums ist übrigens: 2 666 666. (Anmerkung: Zu der Zahl 6 und anderen „markanten“ Zahlen gibt es im nächsten Kaiserkurier einen Artikel).